Brigitte Bailer-Galanda Die Entstehung der Rückstellungs- und Entschädigungsgesetzgebung
Die Republik Österreich und das in der NS-Zeit entzogene Vermögen
2003. 618 S., br.
€ 82,80
ISBN 978-3-486-56690-1
Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission. Vermögensentzug während der NS-Zeit sowie Rückstellungen und Entschädigungen seit 1945 in Österreich, Bd. 3
Das Buch bietet einen vertieften Überblick über die
Entstehungsgeschichte der Rückstellungs- und Entschädigungsgesetzgebung
in Österreich nach 1945. Ausgehend von der politischen Situation im
Nachkriegsösterreich, der Position der politischen Parteien und der
Alliierten wird der Weg zu den für die Rückstellung relevanten
Gesetzesmaterien nachgezeichnet. Analysiert werden sowohl die
Rahmenbedingungen zur Beschlussfassung der sieben Rückstellungsgesetze,
als auch der Rückgabegesetze, in denen die Rückgabe der zwischen 1934
und 1938 entzogenen Vermögen geregelt wurde, und der rückstellungs- und
entschädigungsrelevanten Folgen des Staatsvertrages von Wien 1955,
wobei diese Maßnahmen in ihrem innen- und außenpolitischen Kontext
dargestellt werden. Aufgrund der Komplexität der Materie erwies sich
eine streng chronologische Darstellung der Ereignisse als nicht immer
möglich. Zu sehr war oft der Beschluss des einen Gesetzes mit jenem
eines anderem junktimiert. Der historische Bogen reicht vom Ende der
NS-Herrschaft bis in die neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts.