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Peter Böhmer, Ronald Faber (Beiträge)
2003. 528 S., br.
€ 71,80
ISBN 978-3-486-56695-6
Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission. Vermögensentzug während der NS-Zeit sowie Rückstellungen und Entschädigungen seit 1945 in Österreich, Bd. 5
Das Buch bietet eine vertiefte Darstellung der Institutionen der
österreichischen Finanzverwaltung und ihrer Funktion und Bedeutung bei
der Rückstellung von zwischen 1938 und 1945 entzogenem Vermögen.
Untersucht werden die Verfahren bei den Finanzlandesdirektionen, die
für den Vollzug der ersten beiden Rückstellungsgesetze zuständig war.
Den weiteren Institutionen - dem Bundesministerien für
Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung und für Finanzen sowie der
Finanzprokuratur - kommt im Rückstellungswesen eine zentrale Rolle in
mehreren Funktionen zu.
Die Finanzlandesdirektion Wien, Niederösterreich und Burgenland die die
meisten Fälle zu bearbeiten hatte war personell unterbesetzt und die
Struktur der Dienstelle war für die Durchführung der Verfahren
ungeeignet. Alle Behörden zeigten sich über die hohe Zahl der
Rückstellungsanträge überrascht und schätzten zunächst das Ausmaß der
Vermögensentziehungen völlig falsch ein. Generell kommen die
Wissenschafter zu dem Schluss, dass, wie die Akten zeigen, die
Finanzlandesdirektion Wien den jüdischen Rückstellungswerbern mit
Misstrauen begegnete.
Die Rückstellungsvergleiche der Finanzprokuratur, die als Vertreterin
der Republik aber auch als Partei agierte, werden an Hand von
Fallbeispielen behandelt. Die Finanzprokuratur führte in manchen Fällen
die Rückstellungsverhandlungen mit voller Härte, selbst dann, wenn
alles gegen die Republik sprach, und setzte als Druckmittel oft den
langen Atem des Staates gegen die Opfer ein. Es gab keinerlei
Diskussion darüber, dass öffentliches Interesse auch anders - im Sinne
der Rückstellungswerber - hätte interpretiert werden können.
| Preis: € 71,80 | | Status: lieferbar |
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